Heiß umstritten: „Tempo-30-Pläne für die Beckhausstraße“

Heiß umstritten ist ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen der GRÜNEN, SPD und LINKEN in der Bezirksvertretung Schildesche, auf der Beckhausstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 einzuführen. Der Antrag dazu wurde in der Dezember-Sitzung eingebracht und schnell schlugen die Wellen hoch. Besonders die Interessen- und Werbegemeinschaft „InSchildesche“ läuft Sturm dagegen – sie befürchtet Umsatzeinbußen durch weniger Durchgangsverkehr und durch Wegfall von Parkplätzen an der Beckhausstraße. Die drei Parteien begründeten ihren Antrag u.a. mit dem von Anwohnern beklagten Verkehrslärm. In ihrem Programm für die Kommunalwahl hatten sie sich dafür eingesetzt, für mehr Temporeduzierungen auf den Schildescher Straßen und eine Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität sorgen und die vom Rat beschlossene „Verkehrswende“ zu unterstützen. Die Werbegemeinschaft befürchtet dagegen, dass der Einzelhandel und damit die hohe Qualität der Nahversorgung im Stadtteil Schildesche mit seinem breiten Angebot auf Dauer Schaden erleidet.

Aktuell verschärft wird der Konflikt durch Aufrufe in den Sozialen Netzwerken, in der die Händler, die sich gegen die Temporeduzierung wenden, als „Ewiggestrige“ bezeichnen werden und empfohlen wird, ihre Geschäfte zu boykottieren. Solche Aufrufe lehnt Bezirksbürgermeister Martin Sauer (GRÜNE) entschieden ab: „Ich glaube nicht, dass die Händler Einbußen durch eine Tempobeschränkung haben werden. Insgesamt wird das Wohn- und Lebensumfeld dadurch eher noch attraktiver. Aber natürlich kann man da auch anderer Meinung sein – und ein sachlich geführter Streit gehört zum Wesen einer lebendigen Demokratie. Aber einen Boykottaufruf lehne ich klar ab. Ohne unsere Schildescher Kaufleute wäre Schildesche nicht so attraktiv, wie es ist. Und dazu gehört nicht nur das breite Waren- und Dienstleistungsangebot, sondern gehören auch die vielen kulturellenVeranstaltungen, die die Werbe- und Interessengemeinschaft durchführt – und zwar mit einem enormen ehrenamtlichen Einsatz.“

Ob es tatsächlich zu einer Tempobeschränkung auf 30 km/h kommt, ist noch offen. Das zuständige Amt für Verkehr prüft zur Zeit, ob überhaupt die rechtlichen Voraussetzungen für ein Tempolimit vorliegen. Auf das Ergebnis kann man gespannt sein.